Abele triumphiert

9. Hüttlinger Stoppelcross: Starke Lokalmatadore

Rennsport-Atmosphäre vom Feinsten erlebten die Besucher bei der neunten Auflage des Stoppelcross des MSC Hüttlingen. 170 Fahrer, auch einige Damen waren darunter, machten die Pace in insgesamt sieben zehn Klassen.

Lothar Schell

Schon am frühen Sonntagmorgen machte sich Bewegung breit im Fahrerlager just neben der Rennstrecke. Es gibt keine Sperrungen, für die Zuschauer gibt es die Möglichkeit, reinzuschnuppern in die Welt der Moto-Crosser, die man auch „Puristen“ des Motorsports nennt, weil sie sich bei ihren Maschinen einfach auf das technisch Wesentliche beschränken. „Es gibt heute Motocross für alle Altersklassen, wie man das bei unserem Stoppelcross gewöhnt ist“, sagt MSC-Vorsitzender Wolfgang Maier. Die Spezialisten der Zeitmessung sind aus Stuttgart längst eingetroffen. Profis, die ihr Metier beherrschen. Derweil wird im Fahrerlager noch getüftelt, gedreht, abgeschmiert. Am Samstag hat es beim Pflichttraining bereits packende Rennen gegeben, zum Teil mit Hundertstel-Abstand auf den Rängen. Der „final countdown“ läuft, während die ersten Rennen aufgerufen werden. Die Starter bekommen an der Gabel ihrer Gefährte noch einen Transponder angebracht, über den anschließend die Zeit gemessen wird. Auch die Allerjüngsten mit ihren 50 Kubikzentimeter-Motoren scharren bereits mit den Hufen. Besser gesagt, sie zurren am Gashebel. Am Sonntag bei den Hauptrennen stehen die Motorfreaks dicht an dicht. Besonders spektakulär sind die Sprünge über die große Schanze. Ganz unterschiedlich sind die Techniken der Profis und Lizenzfahrer. In den meisten Klassen geht es am Sonntag ums Eingemachte, denn jeweils die besten Fünf sind qualifiziert fürs „Race of champions.“ Gut, dass Motocross auf der Ostalb eine Zugnummer ist. In der Tat ziehen Lokalmatadoren wie Kevin Abele, Maximilian Hägele, Johnny Heusing, Enrico Menzel und Simon Scharfenecker im Pool der Lizenzfahrer die Massen an. Die Leute gehen mit, spüren, dass für Kevin Abele vom MSC Hüttlingen heute etwas drin sein kann, nachdem Titelverteidiger Dennis Baudrexl nicht in der Starterliste zu finden war. Ein Wimpernschlag-Duell hatte sich Abele bereits beim Pflichttraining mit Geheimfavorit Markus Kirchner (Honda) aus Westhausen geliefert. „Jubel total“ gab es schließlich beim finalen „race of champions“. Markus Kirchner konnte seine Form vom Pflichttraining in den beiden Läufen am Sonntag nicht bestätigen. Kevin Abele vom MSC Hüttlingen nutzte die Gunst der Stunde und legte zwei blendende Läufe hin. Dass es am Ende für den MSC ein „Triple-Erfolg“ werden würde, hätten nicht einmal die kühnsten Optimisten erwartet. Auf Rang zwei landete Johnny Heusing vor Simone Scharfenecker.

© Schwäbische Post 08.09.2013