Querfeldein über Stock und Stein

Es ist das letzte Stoppelcross-Rennen am Bolzensteig, aber sicher nicht das letzte in Hüttlingen

In Hüttlingen hat sich über die Jahre eine rege Motorsportszene entwickelt. Ein Höhepunkt des Jahres ist zweifellos das vom Motorsportclub initiierte „Stoppelcross-Rennen“ am Bolzensteig. Die Veranstaltung hat Sogwirkung über die Region hinaus.

 

  

Daniel Maier testet den Streckenverlauf, den sein Vater Wolfgang ausgetüfftelt hat. (Foto: dav)

Hüttlingen. Das Gewerbegebiet Bolzensteig am frühen Abend. Kran und Bagger auf den Bauplätzen stehen still. Das idyllische Vogelgezwitscher wird nur ab und an gestört durch entferntes Rumoren aus dem benachbarten Wertstoffhof.
Das Knattern eines Motors durchbricht die Stille und nähert sich mit rasender Geschwindigkeit. Ein Motorradfahrer düst heran, querfeldein, über Stock und Stein. Es ist Daniel Maier, der auf seiner Kawasaki die Strecke für das diesjährige „Stoppelcross-Rennen“ testet.

Vorfreude aufs Stoppelcross-Rennen am ersten September-Wochenende
„Wir freuen uns total und sind zuversichtlich, dass alles reibungslos über die Bühne geht“, sagt Organisator Wolfgang Maier vom Motorsportclub Hüttlingen. Am Wochenende vom 1. und 2. September lädt die Kleinstadt am Kocher-Knie bereits zum achten Mal Fahrer aus nah und fern ein, um gemeinsam über die Felder zu brausen.
Hüttlingen hat sich im Motorsport einen Namen gemacht. Per Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich verbreitet, dass hier ordentlich Gas gegeben werden kann. „Der Boden ist optimal“, erläutert Maier. Selbst bei Regenwetter sei die Bahn noch gut zu befahren.
„Die Fahrer kommen teilweise aus dem Nürnberger Raum oder aus dem Schwarzwald hierher.“ Um Spaß zu haben, Kräfte zu messen und die Maschine mal ordentlich auszufahren.
In Hüttlingen kann nebenbei die schöne Landschaft der Ostalb bewundert werden. Sofern die tollkühnen Männer und Frauen auf ihren rasenden Kisten Zeit dazu finden. In insgesamt acht Klassen treten die Fahrer an, vom jüngsten Teilnehmer im zarten Alter von fünf Jahren bis zur Seniorenklasse, vom blutigen Anfänger bis zum Profi mit Lizenz.
„Unser Stoppelcross bietet den Fahrern die Möglichkeit, ihr Können zu zeigen“, erzählt Wolfgang Maier, während er den Blick über die Felder kreisen lässt. „Ich hab schon alles in meinem Kopf“, sagt Maier. Kurven, Geraden, Sprungschanzen auf insgesamt gut 1000 Metern.
Die Rennen werden nicht immer am selben Ort ausgetragen. In den Anfangsjahren war die Gegend zwar als Baugebiet geplant, wann die ersten Firmen einziehen würden, stand noch in den Sternen. „Dass es so schnell ging, war schon überraschend“, sagt Maier mit einem Anflug von Bedauern in der Stimme. Natürlich freue man sich für die Gemeinde, wenn der Bolzensteig so gut angenommen werde. Für die Motocrossfans bedeutet das aber, einen Ausweichplatz suchen zu müssen.
„Zunächst einmal sind wir dankbar, dass wir so lange hier fahren durften“, betont Maier und lobt Gemeinde, Anwohner sowie Eigentümer für ihr Verständnis und ihre Hilfsbereitschaft: „Ohne solche Leute geht es nicht.“ In diesem Jahr werden die Maschinen zum letzten Mal den altbewährten Austragungsort durchpflügen. Dann wird hier gebaut. Eine Alternative hat Maier aber bereits im Auge, wenngleich er noch nichts verraten will. Eines aber verspricht er: „Auch im nächsten Jahr wird es definitiv ein Stoppelcross in Hüttlingen geben.“

© Schwäbische Post 27.08.2012 – David Wagner