ADAC Autotest

Die neuesten Fahrzeugmodelle im ADAC Autotests
  1. VW T-Roc 1.5 TSI ACT Sport
    Momentan ist der T-Roc noch das kleinste SUV bei den Wolfsburgern, eine halbe Nummer kleiner steht der T-Cross aber schon in den Startlöchern. Was also spricht für das kompakte SUV, das technisch eine Mischung aus Polo und Golf ist? Zunächst einmal der Platz, hier bietet er ähnlich viel wie der Golf und gerade auf der Rückbank und im Kofferraum spürbar mehr als ein Polo. Auch das Ein- und Aussteigen gelingt einfacher, weil die Sitzflächen etwas höher liegen und die Türausschnitte praktischer geschnitten sind. Es gibt aber auch mehr Technik und Assistenten als im Polo, bei der Sicherheit ist der T-Roc auf dem aktuellen Stand. An der Komfortausstattung gibt es auch nichts auszusetzen, außer dass das meiste Aufpreis kostet. Der Innenraum wirkt auf den ersten Blick peppig und modern, Ambientebeleuchtung und kleine LED-Spots gefallen. Auf den zweiten Blick folgt aber die Ernüchterung, weil wirklich schön und wertig fällt dem geneigten Betrachter zum verbauten Material nicht ein - alles Hartplastik, ein billiger Eindruck entsteht. Auch hinter den Kulissen scheint der Rotstift regiert zu haben, denn beispielsweise ein Golf ist hörbar besser gedämmt. Der T-Roc fährt sich gut und zeigt, dass die Ingeniere bei VW durchaus gekonnt abstimmen können und gute Ideen haben - wenn sie ihre Innovationen denn umsetzen dürfen. Unter dem Strich ist der T-Roc eigentlich ein gutes Auto - eigentlich deshalb, weil er gute Technik verbaut hat und viele praktische Ausstattungsdetails bietet, dann aber beim Material einfach zu viel gespart wurde. Aufgrund dessen ist der Verkaufspreis, der mit sinnvoller Ausstattung für den 1.5 TSI weit über 30.000 Euro liegt, einfach zu hoch.
  2. Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi Premium 4WD
    Die neue Generation des Santa Fe unterscheidet sich optisch deutlich vom Vorgänger, sie orientiert sich an der neuen Hyundai-Designlinie für deren SUVs. Es gibt nun nur noch eine Karosserie-Version, die aber wie bisher bis zu sieben Sitzplätze fasst. Im Test konnte die fünfsitzige Variante mit ihrem üppigen Platzangebot überzeugen, selbst vier große Erwachsene finden bequem Platz und können reichlich Gepäck mitnehmen. Der Innenraum ist modern gestaltet und fein gemacht, auch wenn er nicht ganz das Finish der Premiumhersteller erreicht. In jedem Fall auf Augenhöhe mit der Konkurrenz ist der Santa Fe bei den Assistenzsystemen, hier wird von Notbrems- bis Spurwechselassistent alles aktuell verfügbare geboten, in der Premium-Ausstattung sogar serienmäßig. Ein paar Details wie die 360°-Kameras gibt es allerdings nur für die Automatik-Version, die wiederum mit 500 kg weniger Anhängelast gehandicapt ist. Darüber hinaus eignet sich das SUV gut als Zugwagen, weil der Allradantrieb für gute Traktion sorgt und mit der Anhängerkupplung beim Handschalter bis zu 2,5 Tonnen gezogen werden dürfen. Das Fahrwerk ist recht straff abgestimmt, hier wollte man offenbar mehr den europäischen Geschmack treffen. Den komfortorientierten Fahrern werden die adaptiven Dämpfer fehlen, die für den großen Hyundai aktuell nicht lieferbar sind. Auch wenn der Federungskomfort nicht optimal ausfällt, sicher ist die Abstimmung in jedem Fall. Um den Schadstoffausstoß in den Griff zu bekommen, verbaut Hyundai ein ganzes Arsenal an Katalysatoren. Das funktioniert beim Santa Fe noch nicht so gut, wie bei den anderen bisher getesteten Dieselmodellen von KIA und Hyundai - gerade im niedrigen Lastbereich ist der NOx-Ausstoß noch zu hoch, ausgerechnet hohe Last hat er aber gut im Griff. Beim Verbrauch kann kein Kat helfen, dafür müsste der große Koreaner deutlich abspecken - 7 l/100 km sind für das 1,9-Tonnen-SUV ok, absolut gesehen aber viel. Trotzdem, wenn man ein großes SUV mit umfangreicher Ausstattung sucht, findet man mit dem Santa Fe 2.2 CRDi Premium durchaus ein interessantes Angebot.
  3. KIA Ceed 1.6 CRDi Spirit
    Die Fortschritte der Koreaner bei der Autoentwicklung kann man an den Generationen des Ceed gut erkennen. Konnte man den ersten beiden Modellreihen ein insgesamt gutes Gesamtpaket attestieren, dem aber noch der letzte Feinschliff fehlte, gilt dieser Kritikpunkt für die neueste Ceed-Generation nicht mehr. Die steten Verbesserungen sind "erfahrbar", und so muss man die Kritikpunkte am Neuen schon im Detail suchen. Um angesichts der guten Funktionsausstattung den Preis deutlich unter der 30.000 Euro Marke zu halten, muss auch KIA gewisse Abstriche machen; die sind aber geschickt gewählt, um die Insassen so wenig wie möglich zu stören. So gibt es beispielsweise für den Fahrer keinen Haltegriff am Dachhimmel oder für die Fondpassagiere keine separaten Leseleuchten. Genau richtig hat es KIA beim Motor und seiner Abgasreinigung gemacht: Hier wurde nicht gespart, im Gegenteil. Der Vierzylinder-Diesel läuft insgesamt kultiviert und um Welten angenehmer als der Vorgängermotor. Leistung und Verbrauch sind ähnlich geblieben, bei den Schadstoffemissionen hat man allerdings einen riesen Schritt getan. Einen so großen Aufwand bei der Stickoxid-Reinigung treibt in der Kompaktklasse bisher nur BMW, die Abgase werden neben dem Oxi-Kat und dem Partikelfilter auch mit einem NOx-Speicherkat und zusätzlich mit einem SCR-Kat gesäubert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ähnlich wie bei BMW liegen die NOx-Emissionen praktisch auf Benziner-Niveau und der Partikelausstoß sogar darunter. Zusammengefasst bekommt man mit dem Ceed einen geräumigen und praktischen Kompakten, der eine gute Ausstattung und einen sauberen Motor bietet. Und das Ganze zu einem angemessenen Preis. Noch nicht genug? Sieben Jahre Garantie bis 150.000 km sind auch dabei.
  4. Jaguar I-Pace S AWD
    Während Tesla sein Model X nun schon einige Zeit verkauft, ist Jaguar immerhin unter den etablierten Premium-Herstellern der Erste, der dem Newcomer aus Kalifornien einen würdigen Konkurrenten entgegenstellt. Dafür braucht es eine Karosserie Richtung SUV, Allradantrieb, eine Menge Leistung und eine große Batterie - das alles bringt der I-Pace mit. Auch einen edlen Innenraum hat er, sofern man gegen Aufpreis den Dachhimmel mit Premium-Velour und Armaturenbrett und Türverkleidungen mit Leder überziehen lässt. Den Fokus hat Jaguar ganz klar auf Fahrdynamik gelegt, trotz Luftfahrwerk federt der I-Pace verbindlich und hält damit seine Karosseriebewegungen in Grenzen. Das Paket ist Jaguar stimmig und gut gelungen. Der Antrieb ist perfekt abgestimmt, die beiden Elektromotoren an der Vorder- und Hinterachse liefern stets richtig dosiert ihre Leistung. Kurvige Landstraßen sind die reine Freude. Der Vollzeitstromer bietet ein gutes Platzangebot, wobei das mehr für die Sitzplätze als für den Kofferraum in überschaubarer Größe gilt; immerhin kann man die Ladekabel unter der Haube vorn verstauen, eine sehr praktische Lösung. Auch wenn man die volle Leistung schon im Basismodell erhält, knapp 78.000 Euro dafür sind ein sehr hoher Preis. Viele in diesem Preissegment erwarteten Komfort- und Assistenzfunktionen kosten trotzdem noch extra und können den Listenpreis sogar über die 100.000 Euro Schwelle treiben.
  5. Volvo V60 D3 Inscription
    Volvo schiebt mit dem D3 eine zweite Dieselvariante für den jüngst erschienen V60 nach. Der im Vergleich zum D4 vierzig PS schwächere Basis-Diesel leistet 150 PS und sorgt im eleganten Schweden für ordentliche, aber keineswegs flotte Fahrleistungen. Dafür ist der Kombi mit knapp 1,8 Tonnen Leergewicht doch etwas zu schwer geraten. Die zusätzlichen Pfunde schlagen sich auch beim Testverbrauch nieder, der mit 5,7 l/100 km nicht sonderlich niedrig ausfällt. Dafür überzeugt der gemäß Euro 6d-TEMP zertifizierte V60 mit geringen Emissionen, was ihm vier Sterne im ADAC EcoTest einbringt. Der Innenraum macht in der getesteten Topausstattung Inscription richtig was her und muss sich in keiner Weise vor der deutschen Premiumkonkurrenz verstecken. Bei der Bedienung hat es Volvo mit der weitgehenden Reduktion auf den zentralen Touchscreen allerdings etwas übertrieben. Die Handhabung gestaltet sich dadurch teilweise recht umständlich. Das Fahrwerk haben die Entwickler überraschend straff abgestimmt, was zwar für eine erstaunliche Agilität sorgt, jedoch spürbar zu Lasten des Federungskomforts geht. Für knapp 45.000 Euro erhält der Kunde mit dem V60 D3 Inscription einen Premiumkombi, der sich nicht nur preislich, sondern auch technisch auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz befindet. Schwächen wie das umständliche Bediensystem oder den eingeschränkten Federungskomfort muss man dem schönen Schweden allerdings verzeihen können.