ADAC Autotest

Die neuesten Fahrzeugmodelle im ADAC Autotests
  1. BMW 320i Sport Line Steptronic
    Bei nahezu allen Automobilherstellern wurden in den letzten Jahren Hubräume verkleinert, Zylinder eingespart und die gewünschte Motorleistung durch Turboaufladung generiert. Traditionalisten vermissen in der Folge oft die Laufruhe der älteren Motorengeneration - auch bei BMW ist die Geschmeidigkeit der alten Reihensechszylinder sprichwörtlich, diese Motorbauart war identitätsstiftend. Der getestete 320i mit seinem 184 PS starken Vierzylinder-Turbo schickt sich aber an, die großen Fußstapfen der Vorgänger auszufüllen. So laufruhig wie dieser sind nur wenige Motoren mit vier Zylindern, auch der Durchzug schon aus niedrigsten Drehzahlen sowie die Drehfreude sind mustergültig für diese Klasse. Auch das, was der Benziner aus den beiden Endrohren in die Umwelt schickt, sorgt für gute Laune: Die Abgasreinigung ist effektiv und hält die Emissionen gut in Zaum. Nur der Verbrauch mit 6,8 Litern auf 100 Kilometern im ADAC EcoTest ist kein Top-Wert. Dass ein BMW 3er fahraktiv ist, überrascht nicht. Der Testwagen mit adaptivem Fahrwerk, Sportlenkung und Mischbereifung übertreibt es aber mit der Sensitivität. Auf ebener Straße gefällt die agile Auslegung noch, Bodenwellen und Spurrinnen beeinflussen die Richtungsstabilität aber deutlich - man tut gut daran, beide Hände am Lenkrad zu belassen. Insgesamt ist der 3er aber ein gelungenes Mittelklassemodell, das sich BMW allerdings teuer bezahlen lässt. Der in der Basisausstattung sehr dürftig ausgestattete 320i geht bei etwa 40.000 Euro los, mit Steptronic und als Sport Line - man landet beim Konfigurieren aber schnell jenseits der 60.000 Euro.
  2. Opel Insignia Sports Tourer 1.6 ECOTEC Diesel Start&Stop Business Innovation
    Auf die Limousine Grand Sport folgt nun die Kombivariante Sports Tourer des neuen Opel Insignia. Der Sports Tourer sprengt mit knapp fünf Metern das übliche Längenmaß in der Mittelklasse. Zusammen mit der stattlichen Fahrzeugbreite und dem nicht sonderlich kleinen Wendekreis wird der Parkhausbesuch zur schweißtreibenden Angelegenheit. Dafür entlohnt der Rüsselsheimer mit viel Platz für die Passagiere samt Gepäck, das dank der sehr hohen Zuladung gerne etwas schwerer ausfallen darf. Der Fahrkomfort weiß ebenfalls zu überzeugen, was neben den hervorragenden AGR-Sitzen auch am gelungenen Federungskomfort des optionalen FlexRide-Fahrwerks liegt. Unter der Haube des Testwagens steckt ein 1,6 Liter großer Vierzylinderdiesel, der 136 PS und 320 Nm entwickelt. Damit ist der Rüsselsheimer vollkommen ausreichend motorisiert, der Testverbrauch von 5,3 l/100 km geht ebenfalls in Ordnung. Leider verzichtet Opel anders als bei den Zweiliter-Dieselmodellen auf ein SCR-System, der verbaute NOx-Speicherkat kann den Stickoxid-Anteil im Abgas nur unzureichend reduzieren. Mit einem Grundpreis von knapp 35.000 Euro ist der Insignia Sports Tourer 1.6 Diesel mit der umfangreichen Business Innovation-Ausstattung ein attraktives Angebot, das sich vor der deutschen Konkurrenz nicht verstecken braucht.
  3. Audi A4 Avant g-tron sport S tronic (Erdgasbetrieb)
    Erdgasantrieb ist in Deutschland eine Nischenerscheinung, trotz der vergleichsweise einfachen Technik bei gleichzeitig niedrigerem Schadstoffausstoß im Vergleich zum klassischen Diesel oder Benziner. Audi ist einer der Hersteller, die diese Technik anbieten - nun auch im A4 und A5 mit kräftigen 170 PS und 270 Nm. Damit kommt der Antrieb raus aus der reinen Vernunftecke, denn der sehr kultiviert laufende Zweiliter-Turbomotor ermöglicht gute Fahrleistungen. Der Erdgasverbrauch im ADAC EcoTest liegt bei 4,6 kg/100 km. Bei Kilogramm-Preisen von knapp einem Euro hält das die Kraftstoffkosten niedrig. Die Emissionen des g-tron sind so gering, dass es in der Schadstoffbewertung für die Bestnote reicht. Die erstklassige Verarbeitung eines Audi A4 gibt es natürlich auch im Erdgas-Modell, außerdem sind Lenkung und Fahrwerk fein abgestimmt: Das Auto ist selbst ohne adaptive Dämpfer (nicht erhältlich für den Gasantrieb) nahe an der Quadratur des Kreises zwischen Komfort, Sicherheit und Sportlichkeit. Natürlich sind die erhältlichen Fahrassistenzsysteme auf der Höhe der Zeit. Der Kofferraum des A4 Avant zählt zu den kleineren unter den Mittelklasse-Kombis. Zudem fehlen ihm als g-tron einige Liter Stauraum, die für den Erdgastank genutzt werden. Da das Ladeabteil dennoch prima nutzbar ist, kann man den Wagen rundum empfehlen - falls das Volumen den persönlichen Ansprüchen genügt. Wermutstropfen ist wie zu erwarten der Preis. Unter 40.300 Euro kommt man nicht an den A4 g-tron. Das Testmodell als sport mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kostet schon mindestens 44.500 Euro, mit der Ausstattung des Testwagens landet man bei fast 65.000 Euro.
  4. Subaru Forester 2.0D Sport Lineartronic
    Der nicht nur bei Förstern sehr beliebte Forester ist hierzulande das meistverkaufte Fahrzeug von Subaru. Zum Modelljahr 2018 erfuhr das Mittelklasse-SUV eine sanfte Überarbeitung, speziell bei der Sicherheitsausstattung hatte der Japaner Nachholbedarf. So gibt es für den Forester nun das Eyesight-Kamerasystem, das u.a. einen Notbremsassistenten samt Fußgängererkennung und einen Abstandsregeltempomaten umfasst. Allerdings ist das Sicherheitsfeature nur bei ausgewählten Motor- und Ausstattungsvarianten an Bord, für den Testwagen ist das empfehlenswerte Assistenzsystem leider nicht verfügbar. Unter der Haube des Forester 2.0D arbeitet eine technische Besonderheit - der weltweit einzige Boxer-Dieselmotor. Der 147 PS leistende Selbstzünder geht auffallend kultiviert zu Werke und überzeugt mit seinem guten Ansprechverhalten. Ansonsten kann der Motor wenig Pluspunkte verbuchen: Der Verbrauch fällt mit ermittelten 7,2 l/100 km deutlich zu hoch aus, bei der Schadstoffbewertung versagt der Diesel komplett. Die gesetzlichen NOx-Grenzwerte werden im anspruchsvollen Autobahnzyklus des ADAC EcoTest beinahe um den Faktor 50 überschritten. Einen weiteren Fauxpas erlaubt sich das SUV bei den Bremsen - 41,2 m Bremsweg aus 100 km/h sind eindeutig zu viel. Aufgrund dieser Ausrutscher kann der zwar sehr gut ausgestattete, aber mit 42.100 Euro auch recht teure Forester 2.0D Sport nicht einmal ausgesprochenen Anhängern der Marke Subaru ans Herz gelegt werden.
  5. Nissan Qashqai 1.6 dCi Tekna
    Nissan hat seinem Qashqai ein Facelift verpasst. Schon beim Einsteigen sieht man: Da hat sich wirklich was getan. Die Materialien wurden aufgewertet, mehr Kunststoffe sind haptisch angenehm weich und die Sitze mit Nappaleder-Paket machen nicht nur optisch etwas her, sondern bieten auch einen guten Sitzkomfort. Die Vordersitze kann man elektrisch einstellen (Beifahrer optional), alle Fensterheber arbeiten vollautomatisch und lassen sich auch mit der Fernbedienung steuern. Das gute Platzangebot ist geblieben, vier Erwachsene samt Gepäck kommen bequem unter. Mehr Komfort bietet nun auch das Fahrwerk, es federt angemessen und lässt sich auch von den großen 19-Zoll-Rädern nicht aus dem Konzept bringen. Der 1,6-l-Dieselmotor bringt den Qashqai zügig in Fahrt und fällt mit seiner Laufkultur nicht störend auf. So empfiehlt er sich auch für längere Strecken. Neben zahlreichen serienmäßigen Komfortausstattungen kommt auch die Sicherheitsausrüstung nicht zu kurz. Schon in Serie bringt der Qashqai in der Tekna-Variante wichtige Unterstützung wie den Notbremsassistenten mit. Für 1.000 Euro Aufpreis gibt es das Safety Shield Paket, dann ist die Sicherheitsausstattung komplett. Angesichts der umfangreichen Ausstatung ruft Nissan einen insgesamt angemessenen Preis auf. Jedoch hat das Angebot im Moment noch einen Haken: die Schadstoffreinigung des Dieselmotors arbeitet nicht angemessen - der Stickoxid-Ausstoß ist immer noch zu hoch. Zwar hat Nissan die Schadstoffwerte gegenüber 2016 deutlich verbessern können (um 25 bis 70 Prozent, vor allem innerorts erheblich weniger). Leider reicht das aber nicht für ein gutes Ergebnis, weil die Ausgangslage sehr schlecht war. Immerhin hat sich der Verbrauch dabei nicht erhöht, er liegt im angemessenem Bereich für die Fahrzeugklasse.