ADAC Autotest

Die neuesten Fahrzeugmodelle im ADAC Autotests
  1. Ford Fiesta 1.5 TDCi Start/Stopp Titanium
    Ein kräftiger Diesel im Kleinwagen - diese Kombination verspricht sportliche Fahrleistungen bei niedrigem Verbrauch. Vorweg: Das kriegt der Fiesta mit dem 120 PS starken Vierzylinder-Diesel hin. Fast 200 km/h Spitze, neun Sekunden auf 100 km/h, das sind stattliche Werte. Der EcoTest-Verbrauch von 4,5 Litern ist zwar nicht rekordverdächtig niedrig, aber liegt eben einen Liter niedriger als beim 100 PS starken Dreizylinder-Benziner. Dass der Ford auch ohne Harnstoffeinspritzung zumindest bis auf absolute Volllastfahrten auch die Abgasreinigung gut hinbekommt, spricht für eine sorgfältige Entwicklungsarbeit. Genauso viel Einsatz hätten die Kölner aber auch in die Vibrationsminimierung stecken können, denn der Diesel schickt recht zünftige Schwingungen in den Innenraum. Auch die Lenkung wirkt unharmonisch: Ist der Testwagen auf kurvigen, gut ausgebauten Landstraßen ein präziser Begleiter mit ordentlicher Rückmeldung, bringen Spurrinnen und schiefe Fahrbahnen den Ford aus der gewählten Spur. Aus der Spur gerät er auch bei Lastwechseln in der Kurve, hier nimmt das ESP den Ford zu spät an die Leine. Das Fahrwerk ist recht straff abgestimmt, nervt aber nicht mit unnötiger Härte. Platz ist vorn reichlich, hinten eher spärlich vorhanden, hier ist der Fiesta ganz Kleinwagen. Das Angebot von 21.600 Euro wirkt zunächst nicht wie ein Schnäppchen, in der Titanium-Ausstattung ist der Fiesta aber immerhin schon ganz gut ausgestattet.
  2. Subaru Impreza 2.0i Sport Lineatronic
    Seit Anfang 2018 steht die fünfte Modellgeneration bei den Händlern. Der Impreza bietet einige technische Besonderheiten. Er ist serienmäßig mit einem permanenten Allradantrieb ausgestattet, wird ausschließlich von freisaugenden Boxer-Benzinern angetrieben und eine stufenlose Automatik übernimmt die Änderung der Getriebeübersetzung. Im Falle des Testwagens steckt der größere der beiden verfügbaren Ottomotoren unter der Haube. Das Zweiliter-Aggregat leistet zwar stattliche 156 PS, wirkt wegen des im Vergleich zu Turbomotoren jedoch recht beschaulichen Drehmoments etwas schwach auf der Brust. Bei gemächlicher Fahrweise hinterlässt der Antrieb einen harmonischen Eindruck, soll es allerdings etwas flotter vorangehen - wozu die agilen Fahreigenschaften geradezu einladen - kommt im wahrsten Sinne des Wortes Unruhe auf. Dann verlangt das CVT-Getriebe dem Boxer hohe Drehzahlen ab und der Geräuschpegel im Innenraum steigt stark an. Auch der Verbrauch fällt mit gemessenen 7,5 l/100 km zu hoch aus. Ansonsten leistet sich der Impreza keine größeren Schwächen, mit Ausnahme der umfangreichen Sicherheitsausstattung aber auch keine herausragenden Stärken. Für 31.690 Euro ist der Japaner in Anbetracht der sehr umfangreichen Komfortausstattung ein faires Angebot, das sich auf wohltuende Weise vom technischen Einheitsbrei in der Kompaktklasse unterscheidet.
  3. Opel Astra 1.4 ECOTEC CNG Innovation (Erdgasbetrieb)
    Zwei Jahre nach dem Erscheinen der aktuellen Generation bieten die Rüsselsheimer den Astra auch mit Erdgasantrieb an. Der bivalente Motor kann sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin betrieben werden. Per Tastendruck lässt sich zwischen den beiden Betriebsarten wählen. Im Gegensatz zu den kompakten Erdgasfahrzeugen aus dem Volkswagen-Konzern (50 l großer Benzintank) ist der Gasvorrat zwar etwas größer, der Benzintank aber mit lediglich 13,4 l knapp bemessen. Mit 110 PS ist der Motor zwar kein Temperamentsbündel, reicht für den Alltag aber vollkommen aus. Neben den geringen Kraftstoffkosten sprechen auch die guten Emissionswerte für den Erdgasantrieb. Abgesehen davon punktet der Kompaktwagen mit eingängiger Bedienung, agilen und sicheren Fahreigenschaften, den empfehlenswerten Ergonomiesitzen und der serienmäßigen Frontkamera samt Kollisionswarner, City-Notbremssystem und Spurhalteassistent. Kritik erntet der Opel für teils nachlässige Verarbeitungsqualität (z.B. Unterboden), den fehlenden Einklemmschutz für die elektrischen Fensterheber sowie die geringe Anhängelast der CNG-Variante. In puncto Platzangebot und Federungskomfort bietet der Astra nur Durchschnittliches. Mit 27.025 Euro ist der Erdgas-Astra knapp 3.400 Euro teuer als ein vergleichbarer Benziner. Damit lohnt sich das CNG-Modell nur für Vielfahrer.
  4. Subaru XV 2.0i Exclusive+ Lineatronic
    Der XV feierte 2011 seine Premiere und steht seit 2018 in zweiter Generation bei den Händlern. Als erstes Europa-Modell basiert das Kompakt-SUV auf Subarus neuer Plattform und wartet mit zahlreichen Assistenzsystemen auf. Neben einem Notbremssystem samt Personenerkennung bietet der XV in der getesteten Ausstattung zudem einen Spurhalteassistenten, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, einen Totwinkelassistenten und eine Querverkehrerkennung, die den Fahrer warnt, wenn beim Rückwärtsfahren sich seitlich ein Fahrzeug nähert. Des Weiteren gehören ab der zweiten Ausstattungslinie LED-Scheinwerfer samt Kurvenlichtfunktion zur Serie - der Testwagen besitzt zudem ab Werk einen Fernlichtassistenten. Unter der Haube des XV befindet sich stets ein Boxer-Benziner. Entweder mit 1,6 l Hubraum oder wie im Testwagen als Zweiliter-Motor. Für die Kraftübertragung sorgt beim XV immer ein stufenloses Getriebe. Im Vergleich zu anderen CVT-Getrieben bietet es aber sieben simulierte Schaltstufen, die der Fahrer auch manuell wählen kann. Übertragen wird die Antriebskraft wie bei Subaru üblich an alle vier Räder. Der 156 PS leistende Sauger läuft angenehm virbrationsarm, macht aber akustisch auf sich aufmerksam, wenn man ihn fordert. Der Verbrauch im Ecotest fällt mit 8,1 l/100 km aber deutlich zu hoch aus. Der Innenraum zeigt sich ordentlich verarbeitet, optisch ansprechend und bietet zumindest vorn viel Platz. In der Summe zeigt der neue XV sowohl Licht als auch Schatten. Der Preis von knapp 33.000 Euro erscheint angesichts der umfangreichen Serienausstattung aber als angemessen.
  5. SEAT Ibiza 1.0 EcoTSI Style
    Wie auch der VW Polo basiert der Ibiza auf der zweiten Generation des modularen Querbaukastens im VW-Konzern - der Ibiza war sogar als erstes Auto überhaupt damit unterwegs. Die beiden Autos von VW und Seat ähneln sich technisch dementsprechend sehr, dem sportlicher designten Ibiza bleibt aber beispielsweise der Totwinkelassistent vorenthalten: Den bietet nur der Polo. Dennoch überzeugt aber auch der Spanier in Sachen Sicherheit, denn der automatische Notbremsasssitent, der auch Fußgänger erkennt, ist in allen Ibiza verbaut. Testmotorisierung ist der Dreizylinder-Turbobenziner mit einem Liter Hubraum und 95 PS. Dieser knurrt sich nach einer Verschnaufpause in den ganz niedrigen Drehzahlbereichen munter durch das Drehzahlband und schüttelt sich dabei zwar merklich, aber nie störend. Der Testverbrauch liegt bei recht niedrigen 5,7 Litern Super auf 100 Kilometer, zudem sind die Emissionen ziemlich gering. Das Fahrwerk ist tendenziell straff, aber völlig alltagstauglich. Lenkung und Fünfgang-Getriebe sind ebenfalls gelungen, zudem bietet der Ibiza den Passagieren ein gutes Platzangebot: Heutzutage ist ein Kleinwagen eben auch schon gut vier Meter lang. Insgesamt ist der Ibiza eine ebenbürtige Polo-Alternative, die aber auch nicht wirklich günstiger ist als der VW. Der Testwagen kostet fast 24.000 Euro. Zudem übernimmt er die größte Schwäche des Polo, die beim Ausweichtest deutlich zu spät greifende ESP-Regelung. Deshalb kann am Ende der persönliche Geschmack entscheiden, falls man vor der Wahl steht, welchen der beiden neuen Kleinwagen des VW-Konzerns man kaufen möchte.