ADAC Autotest

Die neuesten Fahrzeugmodelle im ADAC Autotests
  1. Honda Civic 1.6 i-DTEC Executive
    Das Motorenportfolio der seit 2017 in Europa verkauften, zehnten Generation des Honda Civic wurde im Frühjahr 2018 um einen Dieselmotor erweitert. Dieser verzichtet anders als die meisten Wettbewerber auf eine AdBlue-Einspritzung, um die Stickoxidemissionen zu reduzieren. Innermotorische Maßnahmen, ein ausgeklügeltes Abgasrückführungssystem und ein Speicherkatalysator sollen ausreichen. Vorweg: Dies klappt im Bereich der gesetzlichen Zulassungszyklen. Im ADAC EcoTest, wo schneller gefahren, stärker beschleunigt und mit mehr Zuladung gemessen wird, kriegt der Civic die Stickoxidemissionen aber nicht mehr in den grünen Bereich. Der Testverbrauch ist mit 4,9 Litern auf 100 Kilometer aber konkurrenzfähig niedrig. Die Laufkultur des Motors ist ohnehin eine der besten im Vergleich mit den Kokurrenten, der Motor liefert seinen Kraft geschmeidig und sorgt mit 300 Nm für zügiges Vorankommen. Das passt zum sportlichen, aber nicht unkomfortablen Charakter das adaptiven Fahrwerks. Auch die gelungene Lenkung trägt zum Fahrspaß des willig einlenkenden Hondas bei. Die Assistenzsysteme sind auf der Höhe der Zeit und sind beim Preis von knapp unter 30.000 Euro für den Civic Executive schon enthalten. Der Civic stellt eine optisch extravagante Alternative in der Kompaktklasse dar, die immer eine Probefahrt wert ist. Leider patzt der sparsame und kultivierte Diesel bei den Schadstoffen.
  2. Dacia Duster SCe 115 Essential 2WD
    Acht Jahre nach dem ersten Duster kam Anfang 2018 die zweite Generation des hochbeinigen Dacia auf den Markt, der in der Markenwerbung als günstigstes SUV auf dem deutschen Markt angepriesen wird. Ob von der Renault-Tochter trotz des niedrigen Einstandspreises ein empfehlenswertes Auto angeboten wird, klärt der ADAC Autotest. Optisch entfernt sich das neue Modell nur geringfügig vom alten, das Design wurde eher verfeinert. Keine schlechte Entscheidung, der Duster steht stämmig und stimmig auf der Straße. Die Rückleuchten sind sogar ein Design-Schmankerl. Innen setzt sich der moderne Eindruck fort, der Armaturenträger ist klar und gefällig gestaltet. Die Materialien zeugen aber vom Sparwillen des rumänischen Autobauers. Auch während der Fahrt merkt man deutlich, dass in die teure Feinabstimmung von beispielsweise Lenkung, Akustik und Getriebe kein Geld mehr investiert wurde. Der Fahrwerkskomfort aber geht in Ordnung. Der Motor des Testwagens ist ein drehmomentschwacher Saugmotor aus dem Renault-Regal, der das Auto behäbig antreibt und gern mal einen größeren Schluck Superbenzin nimmt: Acht Liter auf 100 Kilometer braucht der Testwagen im EcoTest. Dafür hält sich der Saugrohreinspritzer bei den Partikelemissionen ziemlich zurück. Eine Empfehlung für Pragmatiker kann der Duster durchaus sein, allerdings empfiehlt sich die Ausstattungslinie Essential für ab 12.500 Euro nicht, denn hier gibt es nicht einmal optional Einparkhilfen, Klimaautomatik oder beheizbare Außenspiegel.
  3. VW up! GTI
    Eineinhalb Jahre, nachdem der up! ein Facelift und mit dem 1,0-l-TSI einen neuen 90 PS starken Motor bekommen hat, schiebt VW nun eine noch kräftigere Variante mit diesem Motor nach und signiert ihn als GTI. Größe der Karosserie und Leistung des Motors erinnern tatsächlich an den ersten GTI, der damals ab 1976 noch ein Golf war. Allzu viel Aufwand treibt VW im sichtbaren Bereich nicht, die Modifikationen gegenüber einem konventionellen up! konzentrieren sich auf Farben und Muster innen sowie Zierleisten und geänderte Schürzen außen. Weit interessanter ist da der Motor, denn er macht einen auf Saubermann. Der Benzindirekteinspritzer erhält einen Partikelfilter und merzt damit die letzte Schwachstelle bei den Schadstoffen aus. Die Abgase sind nun vorbildlich sauber, der Lohn volle 50 Punkte. Weil auch der Verbrauch mit 5,6 l/100 km nicht zu hoch ausfällt, gibt es vier von fünf Sternen im ADAC EcoTest. Leistung hat der kleine Dreizylinder mit einer Maß Hubraum natürlich auch. Freilich ist er mit 115 PS und 200 Nm maximalem Drehmoment keine Rakete, aber dank des relativ kurz übersetzten Sechsganggetriebes kann man flott unterwegs sein und so manchen anderen Verkehrsteilnehmer überraschen - kaum jemand erwartet von einem kleinen up! ein derart gutes Beschleunigungsvermögen. In Kombination mit dem straffen, aber nicht unkomfortablen Sportfahrwerk macht der kleine GTI richtig Spaß zu fahren - dank sauberer Abgase und moderatem Verbrauch braucht man sich von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden lassen.
  4. Mercedes CLS 400 d Coupé AMG Line 4MATIC 9G-TRONIC
    Mercedes hat 2004 die Klasse der sogenannten viertürigen Coupés mit dem ersten CLS begründet. 14 Jahre später bringen die Schwaben die dritte Generation der eleganten Limousine auf den Markt, die wie die Vorgänger auf der nutzwertigeren E-Klasse basiert. Eine Kombivariante wie bei der zweiten Generation wird es allerdings nicht mehr geben, sie hat bei den Kunden keinen sonderlich großen Anklang gefunden. Die flach abfallende Dachlinie wirkt sich natürlich auf das Raumangebot im Fond aus, bereits 1,75 m große Insassen kommen dem Dachhimmel recht nahe. Auch die Rundumsicht fällt wegen der kleinen Fensterflächen bescheiden aus - in beiden Fällen folgt die Funktionalität dem Design. Abgesehen davon trumpft der CLS mit den bekannten Mercedes-Tugenden auf: Der Fahrkomfort ist auch dank der optionalen Luftfederung des Testwagens über jeden Zweifel erhaben, Verarbeitung und Materialauwahl des Interieurs sind von erster Güte und die Sicherheitsausstattung stellt den aktuellen Stand der Technik dar. Ein echtes Highlight ist der neuentwickelte Dieselmotor. Mit dem Selbstzünder kehren die Stuttgarter zum Sechszylinder-Reihenmotor zurück, was sich als kluge Entscheidung herausstellt. In der derzeit stärksten Ausbaustufe 400 d leistet der Motor üppige 340 PS und entwickelt gewaltige 700 Nm, die Fahrleistungen sind dementsprechend souverän. Der Verbrauch fällt mit ermittelten 6,8 l/100 km nicht allzu hoch aus, die Emissionen befinden sich auf niedrigem Niveau. Mit einem Grundpreis von rund 75.000 Euro ist der neue CLS 400 d 4Matic ein teures Vergnügen, bietet dafür allerdings auch jede Menge Klasse.
  5. Nissan Leaf (40 kWh) Acenta
    Seit Ende 2017 ist die zweite Generation des weltweit meistverkauften Elektroautos erhältlich - das Design wurde dabei kräftig überarbeitet, der neue Leaf wirkt deutlich schicker. An Details wie etwa der A-Säule erkennt man zwar, dass der Neue wohl noch zu großen Teilen auf dem Alten aufbaut - das tut dem frischen Auftreten aber keinen Abbruch. Große Neuerungen sind auch unter dem Blech zu vermelden: Der neue Synchronmotor leistet 150 statt 109 PS, das Drehmoment stieg von 254 auf 320 Nm. Zwar ist der Leaf immer noch bei 144 km/h abgeriegelt, diese erreicht er aber deutlich flotter. Zudem ist die Batterie "gewachsen" - es stehen nun 40 kWh zur Verfügung. Im ADAC EcoTest kommt der Nissan damit 200 Kilometer weit, der Testverbrauch liegt inklusive Ladeverlusten bei 22,1 kWh auf 100 Kilometern. Weiterhin hielt im Vergleich zum Vorgänger eine ganze Armada an Assistenzfunktionen Einzug in den Leaf - selbst ohne die neuen teilautonomen Längs- und Querführungsassistenten. Diese gibt es nämlich erst für die höheren Ausstattungen, der getestete Acenta muss darauf verzichten. Die "analogen" Grunddisziplinen wie Lenken, Bremsen und Federn absolviert der Nissan recht souverän. Insgesamt bekommt man für den Kaufpreis von 35.600 Euro ein sehr gut ausgestattetes und solide abgestimmtes Elektroauto. Damit liegt man natürlich noch ein gutes Stück über den Preisen der konventionell angetriebenen Konkurrenz.