ADAC Autotest

Die neuesten Fahrzeugmodelle im ADAC Autotests
  1. BMW 520i Touring Luxury Line Steptronic
    Seit der dritten Generation, dem E34, gibt es den BMW 5er auch als Touring-Variante. Speziell auf dem Kombi-Markt Deutschland erfreut sich der praktische Touring großer Beliebtheit. Kein Wunder, ist er doch in den Augen vieler der schönere Fünfer. Doch auch abseits von Designfragen kann der Kombinationskraftwagen überzeugen. Er bietet den deutlich größeren Kofferraum, der sich zudem besser nutzen lässt. Praktische Features wie die elektrische Heckklappe und die zu öffnende Heckscheibe erleichtern die Handhabung zusätzlich. Doch der große Bajuware hat auch sonst einiges zu bieten. Der Fahrkomfort zählt zum Besten, was man derzeit im Automobilbau vorfindet. Das Fahrwerk mit adaptiver Dämpferregelung und Luftfederung an der Hinterachse bügelt die meisten Fahrbahnunebenheiten souverän glatt. Gleichzeitig fährt sich der knapp fünf Meter lange Kombi erstaunlich handlich. Bei der Bedienung schafft es BMW derzeit wie kein anderer Hersteller, die Unzahl an Funktionen in einem intuitiven Bediensystem zu bündeln, auch wenn es die Münchner mit der verzichtbaren Gestiksteuerung etwas übertreiben. Und mit der neuen Generation hat BMW auch bei der Material- und Verarbeitungsqualität wieder zu den besten der Klasse aufgeschlossen. Leider hat so viel Qualität auch ihren Preis, im Falle des 520i Touring Luxury Line exakt 53.400 Euro.
  2. Renault Captur ENERGY TCe 90 Intens
    Auch im Captur kommt der 0,9 Liter große Dreizylinder zum Einsatz, wie man ihn aus Smart, Renault Twingo oder Nissan Micra kennt. Bäume reißt der vetretbar kräftig rappelnde Benziner nicht aus, sorgt aber für alltagstaugliche Fahrleistungen. Der EcoTest-Verbrauch liegt bei 6,3 Litern auf 100 Kilometer - im Kleinwagenbereich und angesichts von 90 PS kein Top-Wert. Auch nach dem Mitte 2017 erfolgten Facelift sind die Materialien im Innenraum von einfacher Qualität, obwohl Renault immerhin etwa Hand angelegt hat. Ein größerer Sprung gelang da schon mit den LED-Scheinwerfern, die zwar nicht mit den besten Lichtsystemen am Markt konkurrieren können, aber eine deutliche Weiterentwicklung zu den bisherigen Halogenscheinwerfern darstellen. Die mäßige Auswahl an Sicherheitsassistenten wurde bei der Modellüberarbeitung lediglich um einen Totwinkel-Warner ergänzt. Einen Notbremsassistenten vermisst man noch immer. 19.890 Euro kostet der Captur als TCe 90 Intens mindestens, was aber mangels positiv herausragender Eigenschaften im Konkurrenzumfeld kein allzu gutes Angebot ist. Immerhin ist der Unterhalt günstig.
  3. Opel Insignia Sports Tourer 1.5 DI Turbo Start&Stop Business Edition
    Auf die Limousine Grand Sport folgt nun die Kombivariante des neuen Opel Insignia. Der Sports Tourer sprengt mit knapp fünf Metern das übliche Längenmaß in der Mittelklasse. Zusammen mit der stattlichen Fahrzeugbreite und dem nicht sonderlich kleinen Wendekreis wird der Parkhausbesuch zur schweißtreibenden Angelegenheit. Dafür entlohnt der Rüsselsheimer mit viel Platz für die Passagiere samt Gepäck, das dank der sehr hohen Zuladung gerne etwas schwerer ausfallen darf. Die Tastenflut des Vorgängers hat Opel aus dem Cockpit verbannt, die Neuauflag wirkt aufgeräumter und lässt sich weitgehend intuitiv bedienen. Der Testwagen war mit den Ergonomiesitzen ausgestattet, die für entspanntes Reisen sorgen. Mit dem neu entwickelten 1,5-Liter-Turbobenziner, der 165 PS leistet, ist man vollkommen ausreichend motorisiert, ein Verbrauchswunder ist das Aggregat allerdings nicht. Hinzu kommt, dass der Motor vergleichsweise rau läuft und im oberen Drehzahlbereich recht laut wird. An den agilen und sicheren Fahreigenschaften gibt es ebenso wenig zu kritisieren wie am sehr empfehlenswerten LED-Lichtsystem. Insgesamt ist der Insignia Sports Tourer eine attraktive Alternative unter den Mittelklasse-Kombis, die sich auch vor der deutschen Premium-Konkurrenz nicht zu verstecken braucht.
  4. Renault Scénic ENERGY dCi 110 Hybrid Assist Intens
    Das Design des aktuellen Scénic, der 2016 neu auf den Markt kam, wirkt nach wie vor erfrischend modern und futuristisch. Ob Kurz- oder Langversion, die kuppelartige Gestaltung der Front hat sogar praktische Vorteile, die schmalen A-Säulen ermöglichen einen guten Verkehrsüberblick nach vorne und zur Seite; ab der Fahrzeugmitte hat man durch die breiten Dachsäulen aber wieder die üblichen Sichteinschränkungen. Dennoch kann der Scénic mit vielen praktischen Details wie unzähligen Fächern im Innenraum gefallen, auch der Fahrkomfort überzeugt und wird nur durch die über Kanten etwas unwillig abrollenden Räder im 20-Zoll-Format geschmälert. Gerade vorne sind die Sitze bequem, man kann sie sogar mit Massagefunktion aufrüsten. Selbst wenn man die Bedienschritte des Infotainmentsystems auswendig lernt, der animierte Menüaufbau bleibt träge und damit die Ablenkung bei der Bedienung unnötig lange. Völlig stressfrei dagegen gestaltet sich die Funktionsweise des Mildhybrid-Systems, von Renault Hybrid Assist getauft. Ein riemengetriebener Startergenerator schiebt insbesondere bei niedrigen Drehzahlen des Dieselmotors spürbar mit an. Schon ab etwa 1.000 1/min kann man den kleinen Dieselmotor in den unteren Gängen gut nutzen. Das Fahren gelingt dadurch entspannt und die niedrigen Drehzahlen wirken sich positiv auf den Verbrauch aus - im EcoTest liegt er bei insgesamt 4,9 l Diesel pro 100 km, in den Innerortsabschnitten sogar nur bei 4,3 l/100 km. Die stärkere Bremswirkung des Motors durch das Batterienachladen im Schubbetrieb muss man allerdings in seinen Fahrstil integrieren, um die Vorteile des Hybridsystems nutzen zu können. Während die Antriebskombination in der Zukunft angekommen ist, hat es die Abgasreinigung noch nicht geschafft. Der verbaute NOx-Speicherkat reicht leider nicht aus, um die Stickoxide in ausreichender Weise unschädlich zu machen. Hier muss Renault dringend nachbessern, dann steht der Scénic Hybrid Assist als sehr interessantes Angebot da.
  5. Renault Kadjar ENERGY TCe 165 Bose Edition
    Dem SUV-Trend folgend bietet Renault seit 2015 den Kadjar als modernes Kompakt-SUV an. Es folgt dem wenig erfolgreichen Koleos der ersten Generation nach. Für den Kadjar griffen die Franzosen auf den technisch verwandten Qashqai der japanischen Konzernschwester Nissan zurück und gestalteten ein eigenständiges Äußeres sowie einen Renault-typischen Innenraum. Trotzdem lässt sich der Eindruck nicht ausräumen, dass die Franzosen bei der Entwicklung des Kadjar nicht mit Herzblut bei der Sache waren. Man hat zwar ein ordentliches Ergebnis abgeliefert - mehr als Dienst nach Vorschrift war das aber nicht. Es fehlen besondere Eigenschaften und Ausstattungen, die sonst Renault-Modelle auszeichnen. Um nicht falsch verstanden zu werden: der Kadjar ist kein schlechtes Auto. Aber gerade im Vergleich zu einem aktuellen Renault Scénic fällt er deutlich ab. Wo der französische Van eine innovative Mittelkonsole, unzählige Fächer im Innenraum und variable Sitze anbietet, geht das kompakte SUV weitgehend leer aus - nicht mal 1-Liter-Flaschen finden in den Türfächern Platz, um nur ein Beispiel zu nennen. Die getestete Kadjar-Variante kann auch unterwegs nicht so richtig begeistern. Das Fahrwerk ist arg straff, ohne deswegen Sportlichkeit zu bieten. Der Turbobenziner braucht Drehzahlen, um aus seiner Lethargie zu erwachen. Und beim Schalten benötigt man Konzentration und Gefühl, um die Gänge geschmeidig zu wechseln. All das kann ein Scénic besser, bietet überdies mehr Platz und kostet nicht viel mehr. So ist der Kadjar unterm Strich ein durchschnittlich gutes Auto, das dann interessant ist, wenn man etwas mehr Bodenfreiheit benötigt - oder einfach die Form schön findet.