ADAC Autotest

Die neuesten Fahrzeugmodelle im ADAC Autotests
  1. VW Golf Variant 1.5 TSI ACT BMT Highline DSG
    Seit dem 3er-Golf gibt es der Deutschen liebstes Auto auch als praktische Kombi-Version. Generation sieben erfuhr nun zur Mitte des Modellzyklus eine dezente Überarbeitung. Äußerlich hat sich abgesehen von neuen Stoßfängern und Leuchten nichts getan, technisch haben die Wolfsburger den Golf ordentlich aufgefrischt. Unter der Haube des Testwagens verrichtet der neue 1,5-Liter-Turbobenziner seine Arbeit, der dank 150 PS Leistung für flotte Fahrleistungen bei gleichzeitig moderatem Verbrauch sorgt. Zudem überzeugt er mit auffallend geringen Schadstoffemissionen. Der Innenraum wurde ebenfalls überarbeitet, allerdings nicht unbedingt zum Besseren. So besitzen die Infotainmentsysteme durchgehend größere Bildschirme, beim Top-System verzichtet VW jedoch komplett auf Drehregler, was zwar toll aussieht, die Bedienung jedoch deutlich erschwert. Gegen Aufpreis gibt es statt klassischer Rundinstrumente ein TFT-Kombiinstrument, die jedoch keinen wirklichen Mehrwert bieten. An den bekannten Golf-Qualitäten hat sich mit dem Facelift nichts geändert: Als Variant bietet der Wolfsburger Kompakte einen großen Kofferraum, sichere Fahreigenschaften, guten Fahrkomfort sowie eine sorgfältige Verarbeitung. Mit einem Grundpreis von 30.200 Euro lässt sich VW den Golf Variant 1.5 TSI Highline DSG jedoch auch gut bezahlen.
  2. KIA Stonic 1.0 T-GDI Spirit
    Der SUV-Markt boomt - auch im Kleinwagensegment - und Kia bereichert diesen jetzt mit dem neuen Stonic. Dieser stellt mit einer Länge von knapp 4,15 m das kleinste SUV-Modell des Herstellers dar, bietet aber dennoch zumindest vorn ein gutes Platzangebot - hinten fällt die Beinfreiheit nicht gerade üppig aus. Das Raumgefühl wird vorn wie hinten durch den hohen unteren Scheibenrand und die schmalen Seitenfenster aber etwas gemindert. Das Interieur ist solide verarbeitet und ansprechend designt, die Materialien wurden aber einfach gehalten. Die Bedienung geht leicht von der Hand, Helferlein wie Tempomat sowie Licht-, Fernlicht- und Regensensor unterstützen den Fahrer bei der Ausstattung Spirit ab Werk. Darüber hinaus bietet der Stonic in der getesteten Variante serienmäßig eine Klimaautomatik, Lenkrad- und Sitzheizung vorn. Die Komfortausstattung ist umfangreich, das etwas steifbeinige Fahrwerk mindert den Fahrkomfort aber etwas. Für den Vortrieb stehen vier Motorisierungen zur Verfügung: Zwei Saugbenziner, ein Dieselmotor und der im Testwagen verbaute Turbobenziner mit einem Liter Hubraum und Direkteinspritzung. Von den drei Benzinern ist die Testmotorisierung die stärkste, besitzt aber auch gleichzeitig den niedrigsten CO2-Ausstoß im Zulassungszyklus. In der Praxis zeigt sich der Stonic damit bestens motorisiert, der Verbrauch im ADAC EcoTest fällt mit 6,2 l/100 km zufriedenstellend, für einen Kleinwagen aber nicht besonders niedrig aus.
  3. BMW M240i Coupé Steptronic
    Hoch - das Motto des überarbeiteten M240i: Hohe Leistung, hoher Verbrauch, hohe Anforderungen an den Fahrer, hoher Anschaffungspreis und hohes Spaßpotenzial. Maßgeblich dafür verantwortlich sind das agile Fahrverhalten und der kräftige Motor. Das Herzstück des Coupés hat sechs Zylinder, drei Liter Hubraum und bringt es dank Turboaufladung auf beachtliche 340 Pferdestärken. Wird die volle Leistung abgerufen, haben sowohl die Hinterräder Probleme mit der Traktion als auch die Traktionskontrolle ihre Not, die 500 Nm zu bändigen - trotz feinfühliger Regelung tritt immer noch Schlupf auf - wer hier mehr Performance erwartet, sollte entweder zum Allradantrieb oder zum M2 mit Differentialsperre greifen. Doch der M240i besticht nicht nur mit seiner Längs-, sondern dank des recht kurzen Radstandes von 2,70 m, der serienmäßigen Sportlenkung und des adaptiven Fahrwerks auch Querdynamik. Das Coupé überzeugt mit optimaler Gewichtsverteilung und lässt sich mit hoher Präzision und klarer Rückmeldung dirigieren. Dennoch: Auch wenn die elektronischen Helferlein beim Beherrschen des Fahrzeugs unterstützen, sollten potenzielle Fahrer des M240i dennoch versiert sein. Doch wo Licht, da auch Schatten: Auch wenn der Käufer des M240i das Hauptaugenmerk nicht auf den Kraftstoffverbrauch legen wird und 8,4 l/100 km im EcoTest in Anbetracht der Leistung durchaus in Ordnung sind, fällt der Kraftstoffverbrauch absolut gesehen ebenso hoch aus wie der Anschaffungspreis. BMW verlangt für den alltagstauglichen M240i mindestens 49.100 Euro. Wer es auf die Spitze treiben und sich den M2 gönnen möchte, muss aber mindestens noch 10.000 drauf legen.
  4. Mercedes GLC Coupé 350 e AMG Line 4MATIC 7G-TRONIC PLUS
    Seit einigen Jahren sucht und findet die Automobilindustrie immer mehr Nischen, meist indem bestehende Fahrzeugkonzepte gekreuzt werden. Das GLC Coupé ist ein typisches Beispiel für eine sehr kleine Nische. Es ist das SUV-Pendant zur Mercedes C-Klasse, hat aber eine coupéartig abfallende Dachlinie. Zusätzlich ist der Testwagen ein PlugIn-Hybrid, bestehend aus einem 211 PS starken Turbobenziner und einem 116 PS leistenden Elektromotor. Die per Stecker aufladbare Batterie kann mit 8,7 kWh/ 22,0 Ah nicht allzu viel Energie speichern, zusätzlich geht das Auto nicht besonders knausrig mit seinen Energiereserven um, egal ob Benzin oder Strom: Im ADAC EcoTest kommt man rein elektrisch nur etwa 27 Kilometer weit, der Benzinverbrauch liegt im Hybridmodus und mit bei Fahrtbeginn voller Batterie bei 6,4 Litern auf die ersten 100 Kilometer. Startet man mit leerer Batterie, lässt der Mercedes 8,3 Liter pro 100 Kilometer durch die Einspritzdüsen. So macht das Auto allerlei Versprechungen, ohne sie aber zu erfüllen: Das Auto ist weder ernsthaft geländegängig, noch ist es ein Sportwagen oder besonders sparsam. Dass der Kofferraum trotz der massigen Erscheinung des Wagens nicht einmal einen fünftürigen Golf beeindruckt, ist da nur eine Randnotiz. Sicherheit und Verarbeitung befinden sich aber natürlich auf höchstem Niveau, hier lässt Mercedes nichts anbrennen. Ob einem dieses Paket den Testwagen-Grundpreis von 61.440 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Dabei bleibt es ohnehin selten - der Testwagen mit nicht übertriebener Ausstattung an Komfort- und Sicherheitsextras hat bereits fast 80.000 Euro auf dem Preiszettel stehen.
  5. Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Start/Stopp Titanium
    Einerseits ist sich der neue Fiesta treu geblieben - auf den ersten Blick ist er gar nicht so leicht vom Vorgänger zu unterscheiden. Andererseits hat ihn Ford aber gefälliger gestaltet, gerade im Innenraum ist er weniger progressiv und wirkt aufgeräumter. Das mag nicht jedem Fan gleichermaßen gefallen, unstrittig ist aber die dadurch bessere Bedienung und Übersichtlichkeit. Das Platzangebot hat sich kaum geändert, es ist vorne gut und hinten eher knapp - eben auf Kleinwagen-Niveau. Seiner Klasse zu entwachsen scheint er aber bei den Assistenten, denn der Fiesta bietet viele Systeme, die man sonst in höheren Klassen antrifft. Von der automatischen Abstandsregelung über den Spurhalte- und den Spurwechsel- bis hin zum Fernlichtassistenten, der Fiesta kommt mit Rundum-Sorglospaket - lässt sich das Meiste trotz hochwertiger Titanium-Ausstattung jedoch extra bezahlen. Den Dreizylinder-Motor verbauen die Kölner schon einige Jahre in ihre Modelle, er hat zahlreiche Preise wie "engine of the year" gewonnen. Der Motor spricht ordentlich an und ist für den Fiesta kräftig genug. Ford koppelt ihn an ein Sechsgang-Schaltgetriebe, auf Wunsch auch an eine Automatik. Im Fiesta mag der Motor aber nicht umfänglich überzeugen: Bei Drehzahlen unter 2.000 1/min brummt er lautstark. Die Beschwerden darüber selbst von Mitfahrern kann man umgehen, indem man höheren Drehzahlen wählt, sinnvoll für den Verbrauch ist das allerdings nicht. Erfreulich dagegen federt das Fahrwerk und bietet sich auch für lange Strecken an. Insgesamt ist der neue Fiesta ein stimmiges Angebot, bei dem nur die Laufkultur des Motors noch Feinschliff benötigt.